Slow Fashion Manifest Pt II: Support Your Locals

Slow Fashion Manifest – Support your Locals Hamburg mit Musswessels, Johanna Junker, Nine to Five und Alina Schuerfeld

›Support Your Locals‹

»shortcuts« – May we present? The second act in our slowly growing, quite personal Slow Fashion Manifest. Just a few days ago, we collectively talked about our first, and probably most important strategy in building up an ethical – and most of all slow – wardrobe: About ›Making it Last‹ and finding the personal »blank canvas«, say, basic wardrobe. As we gathered old and new, borrowed and personal pieces of clothing, we quickly realized, that this canvas isn’t the whole answer to the question of whether and how the personal wardrobe–aesthetics change, while focusing on eco, fair and slow premises.

After the oh-so-minimalistic start, we turned to a quite different, colorful, and not necessarily ecological related topic: The slogan #SupportYourLocals! To take the shortcut: The hashtag in the overall discussion aims at supporting local industries. Meaning to strengthen the local start up and design scene and avoiding bigger companies, which have shown to face the biggest problems in restructuring their attitude towards a more ethical and conscious production. As we all have talked and discussed this for a while now, let’s turn towards another dimension of locality: The aesthetic and social context. Speaking for our Hamburg based Designers, we’ve experienced it – and maybe you did, too, in a totally different environment? What Support Your Locals really means is: suddenly knowing the answer to the question of what the perfect everyday wardrobe for walking your favorite city streets is made of. Feeling dressed up, but at the same time blending in. Sitting in your favorite café around the corner, harvesting a smile from the girl who noticed. Talking to the person behind your piece of clothing. Stopping by at their atelier, in the case you’ve lost a button. Knowing and valuing the context, in which this piece of clothing has been brought to live, and being a part of it. (Musswessels, for example, has created a beautiful answer to the city we call home.)

An important additional note to the ones, who do not want to make amends to environmental and social aspects in buying locally? Ask your local designer. You will be surprised how many of them already produce in a considerable distance (Europe, to say) not to talk of small-scale production, the low affinity to ›Sale‹ and it’s effects on maintaining value and production value of the piece in question. Also, many of them are turning their heads towards ecological and environmental friendly materials – not necessarily being able to replace every single material and pay for certifications yet (Johanna Junker is one of these cases). Then, there are surprisingly many, who dedicated their work to nature (have a look at our Eco Label Jan n June, or at Nine To Five and Alina Schuerfeld who only use ecologically tanned leather). Last but not least: Even if the designer in question didn’t put efforts into a more conscious production yet – let them know, that you care. Asking, is always an answer. <3 

 

Dürfen wir Kapitel zwei unseres Slow Fashion Manifests für euch aufklappen? Vor wenigen Tagen veröffentlichten wir hier bereits unser Anliegen Nummer Eins,  ›Make it Last‹, das sich ganz der weißen Sozusagen–Leinwand für eine langsame Garderobe widmete. Bereits hier mussten wir jedoch eingestehen, dass dieses erste Herzensanliegen noch gar nicht das ästhetisch–schöne Ideen–Potpourri rund um ethische und ökologische Mode abdecken wollte…

Ein Anliegen, welches weniger explizit Aspekte der Nachhaltigkeit und der fairen Produktion in den Mittelpunkt stellt, uns ganz persönlich jedoch in letzter Zeit besonders wichtig geworden ist? Das wäre der Aufruf #SupportYourLocals. Ein Slogan – oder Hashtag, um beim Blog–Sprech zu bleiben – der wie kein anderer von internetaffinen Modemenschen gekapert wurde. Allen voran, um gleich bei den lokalen HeldInnen zu bleiben, von der wunderbaren Melanie Jeske, aka Melodie Michelberger, die es in den vergangenen Jahren mit ihrer »Neuen Botschaft Hamburg« (steht gerade wieder vor der Haustür) geschafft hat, Hamburgs Crème de la Crème an inspirierenden und inspirierten MacherInnen aus ihren Verstecken in die eigenen Stadtstraßen zu locken. (U.a. dank Melanie, können wir euch heute übrigens einen klitzekleinen Einblick geben – danke, du Tollste!)

Aber zurück zum Eigentlichen: Wirft man einen genaueren Blick auf die eigene Stadt, geht ein paar Ecken weiter, anstatt bereits am Schulterblatt in den erstbesten Laden zu biegen, meidet das von–früher–Bekannte und steckt die Nase über neue Türschwellen, finden sich da plötzlich all diese tollen kreativen Menschen, die sich für ihren Lebensunterhalt tagtäglich Gedanken darum machen, wie eine lokale Ästhetik, entworfen für die eigenen Stadtstraßen aussehen könnte. Hier, so glauben wir, liegt das eigentliche Erfolgsrezept des Lokalen. Natürlich ist sie nicht zu unterschätzen: die Wichtigkeit, die lokale Industrie und Gründerszene zu unterstützen, kleine Labels zu fördern, anstelle zu den großen Ketten zu gehen – wir alle haben viel und eventuell schon genug darüber gesprochen. Aber um die Entscheidung des Lokalen wirklich aufrichtig zu fällen braucht’s – so glauben zumindest wir – noch etwas ganz anderes. Und zwar: dieses Gefühl, plötzlich in der schönsten modischen Antwort auf eine Uniform für deine Stadtstraßen zu stecken. Wirklich zu wissen, wer sich die spezifische Kleiderästhetik hat einfallen lassen. Welche Gesichter, welche Orte, welches Lebensgefühl diese inspiriert haben. Dass du, im Nachbarschaftscafè sitzend, womöglich ein wissendes und wertschätzendes Lächeln erntest. Dass im Fall der Fälle das Atelier der MacherInnen ganz in deiner Nähe ist. Kurz: dass Ästhetik und Produktion gleichermaßen in einen Kontext gehören, der für dich nicht nur greifbar bleibt, sondern ebenso zu einem Raum an tollen Begegnungen und Geschichten.

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Anna: Dress borrowed from – Musswessels  | Shoes thanks to – Nine to Five
Esther: Trousers borrowed from Musswessels | Shirt – Jan n June | Shoes borrowed fromAlina Schürfeld

›Support Your Locals‹

Werfe also: öfter einen Blick zu all den tollen MacherInnen, die sich ganz in deiner Nähe finden, bevor du nach Berlin oder Kopenhagen schaust. Selbst wenn dir plötzlich, und ganz untypisch, nach etwas Ausgefallenem zu Mute ist, wird das Endprodukt aus dieser Laune sicher lange bleiben. (Wie oft haben wir Urlaubserinnerungen in Textilform mit nach Haus gebracht und dann wollten diese doch irgendwie nicht recht in das eigene Viertel passen…) Was wir auf dieser Reise, die gerade erst begonnen hat, so gelernt und entdeckt haben?

Na, unter anderem die lokale Ästhetik des (Frühjahrs–)Lieblings Musswessels. Kathrin Musswessels Antwort auf den üblicherweise windigen Hamburger Sommer seht ihr oben – könnt’ sie schöner ausfallen?

Außerdem: Nachzufragen. Eigentlich nicht überraschend, sind die Produktionsbedingungen vieler MacherInnen schon weit auf dem Weg gen fair und nachhaltig. Natürlich legt ein/e jede/r einen eigenen Fokus auf all die Fragen, die sich im Rahmen des Designprozesses so häufen. Gemeinsam ist jedoch fast allen: Die Produktion einer niedrigen Stückzahl, heißt, keine Verschwendung von Ressourcen, kein unverhältnismäßiger Schlussverkauf, und entsprechend auch nachhaltigeres Wirtschaften mit der Ware und dem Wert der Kleidung an sich. Ebenso gemeinsam ist ihnen: das Bewusstsein, sich auf Materialien der Zukunft und einer Produktion in Europa zu konzentrieren – auch wenn der letzte Schritt und gerade das Geld oft noch nicht für eine Zertifizierung mit den üblichen Siegeln von GOTS bis hin zu Fairtrade reicht, wie im Fall von unser Lieblings–Lüneburgerin Johanna Junker zum Beispiel.

Überrascht waren wir auch davon: Wie viele tolle MacherInnen sich daheim so finden, die ganz expliziten Fokus aus Nachhaltigkeit gelegt haben. Neben Anna und Jula von Jan n June zum Beispiel auch Sandra Schittowski, die hinter dem ökofairen Schuhlabel Nine To Five steckt und uns mit dem Einsatz von Lachsleder, einem Abfallprodukt der Fischindustrie regelrecht von den Socken riss. Oder Alina Schürfeld, von der wir das schwarze paar Schnürer aus ökologisch gegerbtem Leder geliehen haben.

Zu guter Letzt? Dass es nichts über den persönlichen Austausch gibt. Denn auch hier heißt es: Frage nach, #whomademyclothes. Und all die tollen Macherinnen und IdeeninhaberInnen werden merken, dass es dir als Kundin am Herzen liegt, wo, und auf welche Kosten die Textilstücke entstanden sind.

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Anna: Twinset borrowed from – Johanna Junker | Necklace thanks toFrauenkokon | Shoes – Vintage
Esther: Dress borrowed from – Johanna Junker | Sneaker – Veja

An die HamburgerInnen und Nicht–so–Fernen: Neugierig geworden? Bereits morgen könnt ihr Sandra Schittowski und ihr Label Nine To Five im Manufactum Store Hamburg kennen lernen. Hier geht’s zur VeranstaltungAußerdem steht die »Neue Botschaft Hamburg« #3 vor der Tür – bereits am kommenden Donnerstag könnt ihr in der Galerie Âme Nue viele Hamburger Labels bestaunen und mit den MacherInnen, wie u.a. Kathrin Musswessels, ins Gespräch kommen. Hier findet ihr die offizielle Einladung zu den Pressetagen. In diesem Sinne: #supportyourlocals!

[Pictures by Bassi Lichtenberg | Location Fotofabrique Hamburg ]

Kommentare (5)

  1. jeder einzelne Look ist einfach ein Traum! So tolle Dinge habt ihr wieder gefunden!

  2. Genial Looks! Gar nicht ökig – ein tolles Beispiel für schöne Fair Fashion! Pauline

  3. Wow, echt tolle Looks !
    Mein Favorit ist das rosa Kleid 🙂

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