Personal Uniform: The Everyday French Wardrobe – with Tchibo

French Wardrobe – Appachi Eco-Logic Cotton – #TchiboGutgemacht

Everyday French Wardrobe with Tchibo
– Von Alltagsuniformen und französischen Garderoben

– In Kooperation mit Tchibo – 

»Kann schöne Mode auch nachhaltig sein?« Im Zeichen dieser Frage ist in den vergangenen Monaten so einiges bei einem deutschen Unternehmen passiert, welches wir – wir geben’s zu – bis dato gar nicht auf dem Zettel, bzw. der persönlichen Liste an nachhaltigen Labels To Watch hatten. Die Rede ist vom Unternehmen Tchibo, das 1955 in unserer Hamburger Nachbarschaft die erste Filiale seines Kaffee Geschäftes eröffnete. Ganz schön viel Zeit ist seither vergangen. Und neben einer unserer ersten Lieblingssünden – gutem Kaffee, den wir hier immer mal wieder gemeinsam mit euch trinken – hat sich das Unternehmen nun auch unserer zweiten Liebschaft gewidmet: Nicht nur Mode, sondern Mode, welche ethisch sowohl im sozialen als auch umweltfreundlichen Sinne vertretbar sein soll. Dazu, wie dies im Textilen Sinne genau aussieht gleich mehr.

Aber erst zu unserem eigentlichen Steckenpferd, der persönlichen Reise gen grünerem und ethischerem Kleiderschrank – denn auch wenn wir ästhetisch erst ein wenig gezögert haben, ob das Hamburger Unternehmen zu uns passen würde: Beim Anblick der kleinen aber feinen Kollektion an Basics wurden wir eines besseren belehrt.  Unser persönlicher Schritt gen grüner Garderobe, der sich in den letzten Jahren als der allerwichtigste heraus gestellt hat? ›Make Things Last‹! Investiere in die Stücke, die – komme was wolle – bleiben, wegen der guten Qualität und der ebenso guten Basis, die das jeweilige Stück für die tägliche Alltagsuniform zu bieten hat. Über den Begriff der Alltagsuniform heraus ist dieses Konzept als 5-Piece French Wardrobe in den Mode Jargon eingegangen: Der Kleiderschrank besteht hier vor allem aus Basics. Das Attribut »französisch« ist wohl Caroline de Maigrets Buch »How to be Parisian« zuzuschreiben, in dem die Pariserin erklärt, wie sie ihre Garderobe aus einer Variation an fünf hochwertigen Modeklassikern zusammengestellt hat – und diese pro Saison mit einem modischen Stück würzt.  Maigret dachte hier sicher nicht an Nachhaltigkeit – mit der Bewegung der Eco, Fair und Slow Fashion ist das Konzept aber so wundervoll kompatibel, dass der Begriff dort schon lange Einzug gehalten hat!

A 5-Piece French Wardrobe for Fair Fashion Beginners

Was uns an den fünf Kleidern, die wir aus der aktuellen Tchibo Kollektion für eine französische Garderobe ausgewählt haben so besonders gefällt? Ist – und wir geben zu, dass wir hierüber viel zu selten sprechen – die Zugänglichkeit! Wer sich ebenso wie wir dem Projekt ethischer zu konsumieren verschieben hat wird schnell merken, dass hier die monatlichen Ausgaben schnell in die Höhe schießen können. Auch die räumliche Zugänglichkeit zu öko-fairer Mode im klassischen Stadtzentrum ist noch viel zu dürftig. Umso besser, dass hier nun ein Unternehmen auf den Plan tritt, was hoffentlich Vielen den Einstieg in die Thematik Slow Fashion ermöglicht. Fangen wir doch gemeinsam einmal ganz von vorne an: Mit einer kleinen aber feinen Everyday French Wardrobe, deren Produktions-Bedingungen so fair wie möglich sind, was meint ihr? (Wer übrigens sofort loslegen möchte: Hier gibt es eine tolle Liste, welche Basics in den Kleiderschrank gehören könnten!)

The Breton Shirt and Skirt Combo: Shirt – Tchibo | Skirt – Tchibo | Sneaker – Private 

The Blouse and comfortable Pants Ensemble: Blouse – Tchibo | Pants – Tchibo | Trenchcoat & Shoes – Private

The everyday and -night dress: Dress – Tchibo | Sneaker, Bag & Earrings – Private

Was verbirgt sich hinter der Kollektion von Tchibo aus Eco-Logic Baumwolle?

Nun aber zum Eingemachten: Was sich hinter den Kleidern verbirgt? Tchibo bringt diese Woche seine erste Kollektion mit 100% Bio Baumwolle auf den Markt. Im Rahmen des Appachi Eco-Logic Projektes, wurde die Baumwolle für diese Kollektion in Indien von Kleinfarmern umwelt- und sozial verträglich angebaut. Für dieses Projekt wurde, so wörtlich, »die Lieferkette auf den Kopf gestellt.« Die Textilien wurden fast ausschließlich in Indien gefertigt und die Lieferkette zusammen dem Menschenrechtsprogramm WE organisiert (mehr zu WE hier).

Tchibo hat sich schon vor längerem der DETOX Kampagne von Greenpeace verpflichtet und außerdem das Closed Loop Commitment gegenüber Greenpeace unterzeichnet. Dies bedeutet, dass bis 2020 die wesentlichen Materialien der Textilien aus verantwortlichen Quellen stammen und den Kriterien der Kreislaufwirtschaft entsprechen sollen. Noch verwendet Tchibo, auch in dieser Kollektion, Mischgewebe mit Kunstfasern. Nach eigenen Angaben werden sie den Anteil aber in Zukunft weiter minimieren, oder Fasern aus recycelten Quellen einsetzen. Tatsächlich verwendet Tchibo sogar bereits seit einiger Zeit Bio-Baumwolle. 2016 kamen 80 % der verarbeiteten Baumwolle aus nachhaltigem Anbau. Auch wird mit alternativen Zellulosefasern wie beispielsweise Tencel oder Modal gearbeitet.

Zur allen Informationen rund um das Projekt »Gut Gemacht« geht es hier. Wer noch mehr über die DETOX Kampagne oder das Closed Loop Commiment lesen möchte klickt am besten hier.

Unsere Favoriten mit ECO-LOGIC  Baumwolle?

Shirt with Breton Stripes – Tchibo, made from 100% ECO-LOGIC Organic Cotton
Zip Dress – Tchibomade from 63% ECO-LOGIC Organic Cotton

Jogg Skirt – Tchibomade from 57% ECO-LOGIC Organic Cotton
Blouse – Tchibomade from 100% ECO-LOGIC Organic Cotton  

Jogg Pants – Tchibo, made from 57% ECO-LOGIC Organic Cotton

Hier geht es zur kompletten ersten Kollektion aus ECO-LOGIC Baumwolle.

Dieser Post ist in Kooperation mit Tchibo entstanden. Wir haben im Vorfeld der Zusammenarbeit eingehend u.a. über Kontakte bei Greenpeace recherchiert und das Unternehmen und seine Werte für passend zu den unseren befunden. Die Kleidung wurde uns für das Shooting zur Verfügung gestellt und der Arbeitsaufwand honoriert – unsere Meinung zu der Kollektion beeinflusst dies natürlich nicht! 

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Kommentare (5)

  1. Ihr Lieben,

    danke, dass ihr die Entwicklung von Tchibo so toll darstellt. Tchibo und das Thema Nachhaltigkeit hat ja vor vielen Jahren mit einer skandalösen offline Aktion von Kirsten Brodde begonnen. Sie leitet auch die Greenpeace Detox Kampagne.

    Damals hatte sie auf Arbeitsbedingungen in Textil-Fabriken aufmerksam gemacht, indem sie sich mit, von Tchibo selbst bedruckten (!) Shirts mit Aufschriften wie „Tchibo Shirts: Gefertigt für Hungerlöhne“ oder „Dieses Shirt wurde von Kindern gemacht“ vor den Hamburger Laden setze und für faire Arbeitsbedingungen protestierte.

    Sie wurde nach kurzer Zeit von der Polizei abgeführt.

    Der Gebrauch von ökologischer BW ist toll, doch da schon damals der Fokus auf den Arbeitsbedingungen lag, würde mich echt interessieren was „so fair wie möglich“ denn nun genau heißen soll. Wisst ihr da vielleicht mehr zu?

    Ich kann auch das Buch von Kirsten Brodde „Saubere Sachen: Wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt“ empfehlen!

    Viele liebe Grüße und bis bald,
    Anni

    http://www.fashionfika.com

    • Liebste Anni,

      nun mit etwas mehr Zeit und hier auf dem Blog – die Diskussion hat sich ja ganz schnell auf Instagram verlagert. Tatsächlich waren wir vorletzte Woche gemeinsam mit Kirsten Brodde beim Green Carpet Event in Hamburg, wo Tchibo die Kollektion mit Bio Baumwolle vorgestellt hat. 🙂

      Wie du schon sagst, war ja im Rahmen der ersten Detox Aktionen 2014 ganz schön was los. Hier ging, bzw. geht es allerdings nicht um Arbeitsbedingungen sondern vor allem um das Entgiften der Kleider (was natürlich immer auch zusammenhängt, da die Giftstoffe ja schädlich für die Anbauenden/Verarbeitenden sind – allerdings hier mit stärkerem Umwelt– als Menschenrechtsfokus).
      Tchibo hat hier 2014 ziemlich schnell reagiert (Quelle Greenpeace: https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/tchibo-trendsetter-mit-detox) und bereits ein Jahr später ganz schön was vorgezeigt (Quelle Handelsblatt: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/detox-kampagne-greenpeace-lobt-aldi-penny-und-tchibo/12725926.html )

      Was nun die Produktionsbedingungen über die giftfreien Textilien hinaus angeht, ist das ganze zugegebenermaßen noch etwas schwammiger, da man ja hier über ziemlich viele unterschiedliche Schritte der Produktionskette spricht. Wir haben hier genauer nachgehakt und ein Interview mit Nanda Bergstein, Head of Vendor Relations & Sustainability bei Tchibo geführt. Wir haben uns schon entschieden, dieses wegen der Diskussion doch noch zu veröffentlichen. Gerade auf die Schnelle kann ich aber schon mal auf das WE (worldwide enhancement of social quality) Projekt, ein Trainingsprogramm für Manager und Mitarbeiter von Fabriken und Unternehmen hinweisen, dass wir ja im Artikel auch verlinkt haben.

      Insgesamt: Voll schön, dass du und auch alle Anderen auf Instagram so genau nachfragen. Wir haben wie gesagt selber kurz überlegt und dann lang recherchiert, wie der Status Quo bei Tchibo so aussieht, da wir natürlich bei Unternehmen in der Größenordnung erst einmal skeptisch sind. Da wandelt sich aber zumindest aus meiner Erfahrung in Richtung deutscher Unternehmen inzwischen so einiges – ein gutes Beispiel ist ja auch Otto, wo z.B. noch eher zaghaft in Richtung Sustainibility kommuniziert wird, Stichwort Greenblushing. Wie auch immer, habe ich jedenfalls manchmal das Gefühl, dass wir hier alle gemeinsam im Fair Fashion Squad so viel nachfragen und drüber reden, sich meistens dann am Ende aber doch keine/r richtig dafür interessiert. Dein Kommentar ist ein ermunterndes Beispiel weiterzumachen.
      Danke! <3

  2. Ihr Lieben,

    ich habe vor kurzer Zeit das Buch Saubere Sachen von Kirsten Brodde gelesen. In ihrem Buch hat sie Tchibo als Fallbeispiel ein ganzes Kapitel gewidmet und sich intensiv mit der Produktion von Tchibo auseinander gesetzt. Sehr interessant und sehr zu empfehlen. Euer Beitrag demnach ebenfalls sehr interessant und spannend zu sehen was sich in den letzten Jahren bei Tchibo getan hat. Finde ich super klasse! Danke dafür!

    • Liebe Alica, immer wieder gern – und danke für deinen Kommentar!
      Ich freue mich jedes Mal riesig zu sehen, wie viele von uns sich doch inzwischen mit all den Themen rund um Fair und Eco Fashion auseinandersetzen. Ich glaub, da passiert gerade ganz schön was… dank all der tollen Pioniere wie Kirsten! <3

  3. Pingback: Brandnews #11 – Fashion Revolution Week Spezial - Nicetohave Mag

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