Stop Slow Fashion-Preis-Shaming! Oder: wie ich mit Slow Fashion Geld spare.

Fair Fashion ist zu teuer? Nur wenn man viel kauft. Ein paar Worte zum Slow Fashion-Preis-Shaming… Liebe Slow Fashion Enthusiasten, nicht durchhalten, lieber umdenken!

Abschlussarbeiten scheinen gerade allerorts ins Haus zu stehen. Nicht nur bei den Kunstkindern selbst. In der letzten Woche trudelten ein paar An- und Umfragen bezüglich dieser  „nachaltigen Mode“ ein. Und wo ich nun Dinge gefragt wurde, über die ich tatsächlich kaum noch nachdenke weil sie einfach zum Alltag meiner eigenen kleinen Alltagsblase gehören, habe ich mich tatsächlich über meine Antworten gefreut. Vor allem über mein Fazit. Denn ganz anders als vielleicht erwartet habe ich feststgestellt, dass ich mittlerweile viel – und ja wirklich viel – weniger Geld für Kleidung ausgebe. Besonders nach Julias etwas ernüchtenden Artikel auf »this is Jane Wayne« (Fair Friday // Der Fair Fashion Kleiderschrank – Ich gebe auf),  einem meiner lieblings Blogs, hatte ich um so mehr das Verlangen, auch hier noch einmal darüber zu sprechen. Es gibt viele unterschiedlicher Wege, die – eben nicht undbedingt schnell oder übernacht – in den Slow Fashion Kosmos führen. Ich stelle hier mal drei mögliche dieser Wege vor. Die Reihenfolge ist nicht hierarchisch, die Wege können einzeln oder gemischt oder ganz anders begangen werden. Aber ich verspreche: sie sind alle nicht teuer!

Weg A: Kleider mit Geschichten

Neben den wunderbare Key Pieces, die sich in Eco und Fair Fashion finden lassen (guckt mal hier), sind es häufig die Second Hand- oder Vintagefunde, die zu meinen Herzensteilen werden. Denn, gibt es einem Kleidungsstück nicht unglaublich viel Wert eine Geschichte zu haben? Die Kleider, die wir tragen wärmen und formen unsere Körper, sie geben uns die Möglichkeit einen Teil unser Identität zu kommunizieren und schaffen es, Zugehörigkeit oder Abgrenzung ganz ohne Worte zu formulieren. Wo kommen diese Kleidungsstücke her, die soviel Raum in unserer Lebenswelt einnehmen? Wer erschafft diese Kunst- und Handwerke? Wer hat sie vorher getragen und wer trägt sie nach uns? Kleidungstücke sind keine Wegwerfartikel. Kleidungstücke sind nicht anders als Möbelstücke oder das Fortbewegungsmittel unserer Wahl und so sollten wir sie auch behandeln. Denn wer kauft sich schon jede Saison ein neues Fahrrad oder eine neue Couch – geschweige denn alle zwei Wochen?
– Hier gehts zu unseren Kleidergeschichten.

Klar, die Diskussion um Second Hand besteht: fördere ich den Fast Fashion-Konsum wenn ich zum Beispiel über Kleiderkreisel Teile aus der aktuellen Kollektion von den SchnellkäuferInnen abkaufe? Vermutlich schon. Fördere ich den Fast Fashion Konsum auch wenn ich im Vintagestore Teile aus den Achtzigern kaufe? Eher nicht. Ressourcen, die vorhanden sind zu nutzen, ist wohl der schonenste Weg, den ich derzeit wählen kann um die Menschen und Umwelt nicht durch meinen Konsum zu belasten.

– Auf Hanna’s Places gibt es noch ein paar gute Slow-EinsteigerInnen-Tipps:
»How to buy Eco Fashion on a Budget«

Weg B: Slow (beginnt) im Kopf

Aber warum gehen viele Menschen eigentlch so gerne Shoppen? Geht es da überhaupt um die Kleidung oder doch eher um das Erlebnis als solches? Und wenn ja: ließen sich da nicht ganz leicht Alternativen finden? Ich persönlich habe vor drei Jahren nicht einfach meinen bestehenden Modekonsum auf fair oder green umgestellt, sondern meine Einstellung zum Kleiderkauf geändert. Ich trage heute Kleidung die ich mag – und ich trage sie lange. Und wenn ich mich modisch mal neu orientieren möchte und dies – zugegeben – auf Slow Fashion Seite eben manchmal gar nicht so schnell geht, bin ich häufig doch sehr froh um meine ausgedehnte Suche. Bis ich das perfekte Teil gefunden habe ist mir dann doch häufig schon die Stimmung vergangen, oder mir ist aufgefallen dass ich das gesuchte Teil eben doch quasi schon in abgewandelter Form besitze. Oder – und das ist meine liebste Version – die Kleidi-Girls schicken mir was komplett anderes zu, mit dem ich ebenso viel Spaß habe…
Was muss eigentlich geschehen damit Mensch seine Einstellung ändert? Auch Greenpeace hat gerade eine neue Studie zu dem Thema Konsum und Glück veröffentlicht, der Hirnforscher Gerald Hüther hat den Weg beschrieben den wir zum Umdenken gehen müssen und Mia von hey lila hey teilt ihre Erfahrungen, die sie machte als sie mal ganz mit dem shoppen aufgehört hat.

– Hier gehts zum Interview mit Geralt Hüther auf Utopia:
»Das Leben besteht nicht darin, sich irgendwelche Konsumbedürfnisse zu erfüllen«

– Hier gehts zur Greenpeace-Umfrage: »Kurzes Glück – hoher Preis«

– hier gehts zu Mias Video von heylilahey mit ganz ähnlichen Gedanken:
»Ich habe 6 Monate nichts geschoppt«

Weg C: Nimm’s nicht so schwer!

Liebe Slow Fashion Enthusiasten, nicht durchhalten, lieber umdenken! Durchhalten klingt ja auch schon so hart, wie eine Diät oder ein Marathon. Aber Inkosequenz ist doch eines der schönsten Dinge der Welt. Wir können uns sicher sein: alles richtig machen wir nicht. Aber deshalb das Handtuch werfen? Im Gegenteil! Dann mach ich doch lieber so viel richtig wie möglich! Und den ein oder anderern Ausrutscher, ob in der Mode, der Ernährung, oder auch mal zwischenmenschlich, der sollte einfach nicht zur Gewohnheit werden…
– hier gehts zum Abschluss zu dem wunderbaren Artikel im Transformmagazin:
»Die befreiende Macht der Inkonsequenz«

 

Kommentare (4)

  1. Henrike

    Danke dafür. Kannst Du vielleicht noch „Julias etwas ernüchtenden Artikel“ verlinken? Ich konnte ihn auf die Schnelle nicht ausfindig machen.

  2. GnanaStudio

    Great article.

    I like the articles you link your conversation to!

    Thank you!

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