Wardrobe Aesthetics #7: Know your… Denim!

Wardrobe Aesthetics #7 – Know your… Denim!

Kleiderkinder, widmen wir uns uns doch wieder einmal dem Grund und Boden des Modezirkus. Wovon wir reden? Na, den Rohstoffen, die für die Herstellung von Textilien und Kleidern benötigt werden, und die wir hier Schritt für Schritt im Rahmen unserer Reihe Wardrobe Aesthetics  als Textile Know How vorstellen wollen! Auslöser war im vergangenen Sommer ein Studienprojekt, in dem Esther versuchte der ganz-schön-spannenden Nutzpflanze Hanf eine neue Chance zu geben – wir wandelten also durch Hanffelder und hielten nebenbei Ausschau nach ökologisch und ethisch hergestellter Kleidung aus der etwas vergessenen Nutzpflanze. Nach einem eingehenderen Blick auf vegane Seide, allerlei Wissen rund um das Textil Recycling und den Secondhandkleider Markt, und einem Blick auf das Material Kork widmen wir uns heute… der Blue Jeans!

A bief history of the blue pants – why do we love ‚em so much?

In ferner Zukunft, wenn Schüler*innen über die Mode der zweiten Hälfte des 20. Jahrthunderts lesen, werden sie vermutlich Dinge lernen wie: »…und dann trugen plötzlich alle blaue Hosen« oder  »die Jeans gehörte – je nach Jahrzehnt in unterschiedlichen Schnittformen – zur Basis einer jeden Garderobe«. Dabei war die Jeans gar nicht immer so gesellschaftstauglich. Wie kam es also zum Erfolgszug der robusten Hosen? Wer oder was initiierte »the Rise of the Denim«?

Die erste Jeanshose… eben die mit den verstärkten Nieten an den Taschen, wurde von Levis Strauß Ende des 19. Jahrhundert für Goldgräber in den USA entwickelt. Der Stoff aus dem sie gefertigt wurde hieß und heißt Denim. Nach Europa kamen die Jeans erst nach dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden als Symbol der Jugend und der Rebellion getragen und erst durch Stilikonen wie James Dean tatsächlich Mode. Mittlerweile gibt sie in allen Formen, Farben und Waschungen. Nun aber wissen wir, die vielen Waschungen und insbesondere das Sandstrahlverfahren das teilweise zum Bleaching angewendet wird, sind nicht nur extrem umweltschädlich sondern machen auch die Färber*innen krank. Für die häufigen Waschungen wird sehr viel Wasser verbraucht und teilweise giftige Farbe in die Flüsse geleitet. Bio zertifizierten Jeans sind natürlich aus Bio-Baumwolle und mit Bio-Farbe gefärbt. Aber auch die Produktion einer Bio-Baumwoll-Jeans verbraucht viel Wasser.

Bridge&Tunnel und co.: Out of Fashion? Let’s recycle!

Ob Röhre, Bootcut, high oder low rise… Die vielen Schnitte bringen ein weiteres Problem mit sich, denn sie wechseln mittlerweile fast saisonal und der eigene Kleiderschrank hat ja nun auch nur begrenztes Fassungsvermögen. So werden viele Jeanshosen also aussortiert, obwohl sie kaum getragen oder in einwandfreiem Zustand sind (– und das nach der ganzen Herstellungstortur!) Also was tun wenn der Schnitt out of fashion ist? Da gibt’s natürlich verschiedenste Ansätze so eine falsch geschnittene Jeans weiter zu verwerten. Neben dem Klassikern »Flohmarkt, abschneiden, umnähen« haben es sich Labels wie zum Beispiel Mud Jeans zur Aufgabe gemacht, die Hosen nicht mehr zu verkaufen sondern zu vermieten. So kann der oder die Träger*in die getragene Jeans, wenn die Zeit Geschmack oder Form ändert, zurückgeben. Und wenn dann doch mal ein ungewolltes Loch in dem Stoff landet? Abschneiden geht fast immer (wie hier bei Esthers Schlaghose und der Shorts geschehen.)

Oder natürlich: weitergeben an unsere liebsten Hamburger Macherinnen hinter dem Upcycling Label Bridge & Tunnel die aus den blauen (und jetzt auch schwarzen!) Stoffen nicht-mehr-geliebter Denim Jeans neue Objekte zaubern. Das Hamburger Label haben wir euch hier schon einmal vorgestellt, und die kleine aber feine Hipbag bereits fleissig ausgeführt. Ein weiteres Auge haben wir schon seit längerem auf die schönen Teppiche geworfen, die in den Bridge&Tunnel Werkstätten aus Jeansresten geflochten werden… ihr seht, die Möglichkeiten sind vielfältig!

 

P.S.: Bridge&Tunnel haben wir übrigens ebenfalls zum anstehenden VinoKilo geladen, der am kommenden Wochenende in den Hamburger Zinnwerken stattfinden wird. Auch hier wird sich ästhetisch alles um gebrauchtes Denim drehen. Neugierig? Besucht uns doch! <3  
 

 

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Kommentare (4)

  1. Super interessanter Artikel 🙂 Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht so viel von der Geschichte der Jeans und auch super cool, die Idee von Mud Jeans vorzustellen. 🙂

    • Danke, du Liebe! Schön, wenn wir doch immer noch ein bisschen informieren können – manchmal wird man ja so ein bisschen blind in seinem eigenen Metier. 🙂 <3

  2. Toller Beitrag! Werde mich gleich mal mehr über das Label noch informieren.
    Ich hätte noch zu einem anderen Thema eine Frage. Wo hast du denn dieses wunderschöne blaue Kleid her?

    Lg

    • Liebe Elli,
      das Kleid ist von Haikure, einem italienischen eco-denim Label. 🙂 Gut, dass du das anmerkst – wir haben diesmal irgendwie ganz vergessen die Labels im Post zu verlinken!
      Das ist allerdings aus dieser Sommerkollektion und vielleicht schon nicht mehr zu bekommen? Ich hab’s auf jeden Fall „offline“ über Glore Hamburg gefunden. <3

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